Positiver Trend hält an

Mit einem erneut verbesserten Jahresergebnis und einem zweistelligen Wachstum bei den Arbeitsplatzzahlen knüpft der Flughafen Mönchengladbach (MGL) an die guten Entwicklungen der vergangenen Jahre an. Bewährtes stärken und neue Impulse setzen ist das Motto für das laufende Geschäftsjahr, um den positiven Trend auch 2022 fortzuführen.

Seit dem 1. Dezember 2021 führt Andreas Ungar als neuer Geschäftsführer gemeinsam mit Dr. Ulrich Schückhaus die Geschicke des Flughafens Mönchengladbach. „Wir sind froh, einen so versierten Flugplatz-Experten gewonnen zu haben“, sagt Oberbürgermeister und MGL-Aufsichtsratsvorsitzender Felix Heinrichs (im Bild 2. v. r.). Ungar setzt neue und wichtige Impulse am Innovationsflughafen, unter anderem bei den großen Zukunftsthemen Klimaschutz und Digitalisierung. „Das kommt der Gesamtstadt zugute. Als Innovationshub für CO2-neutrales Fliegen liefert der MGL nicht nur Antworten auf die drängenden Fragen nachhaltiger Mobilität, er schafft mittel- und langfristig auch viele hochtechnisierte Arbeitsplätze“, so Heinrichs.

Als Wirtschaftsstandort ist der MGL längst eine feste Größe in Mönchengladbach. Seit 2012 steigen die Arbeitsplatzzahlen am Platz kontinuierlich an. 2021 waren insgesamt 755 Menschen beim Flugplatz selbst und in den dort ansässigen Unternehmen beschäftigt. Ein zweistelliges Plus von 12,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (2020: 673 Arbeitsplätze). Die Zahl der Vollzeitbeschäftigten stieg sogar um 16,3 Prozent auf 522 (2020: 449). „Wir setzen gleichermaßen auf die Expansion bestehender Betriebe im Wartungs- und Schulungsbereich und auf die Ansiedlung neuer innovativer Player im Flugumfeld, im Bereich Büro, Event und Hotellerie“, erläutert MGL-Geschäftsführer Dr. Ulrich Schückhaus. Dazu werden kurzfristig drei Hallen auf dem Areal der ehemaligen Rheinflugzeugbau instandgesetzt, mittelfristig steht die Überplanung der Trabrennbahn (140.000 m2) und der Parkplatzfläche (17.000 m2) an.

Stabile Größen: Wartung und Schulung

Das Wartungsgeschäft ist eine verlässliche und zukunftsweisende Säule, wie die jüngste Expansion der Rheinland Air Service GmbH (RAS) am Platz beweist. Der größte europäische ATR (Avions de Transport Régional)-Wartungsbetrieb hat 15 Millionen Euro in den Bau neuer Hangar- und Betriebsgebäude investiert und so rund 50 neue Arbeitsplätze geschaffen. Auch der Wartungsbetrieb elite Jet plant aufgrund wachsender Auftragslage Investitionen am Platz. Das wirkt sich auch auf die Flugbewegungen aus, die 2021 mit knapp 47.200 trotz Corona-Krise nur geringfügig unter dem Ergebnis von 2020 (-3%) lagen. „Das macht Mut, denn es ist ein deutliches Zeichen für einen stabilen Betrieb auch in schwierigen Zeiten“, sagt Andreas Ungar (im Bild rechts), neuer Geschäftsführer der Flughafengesellschaft.

Auf den Schulflugverkehr entfallen davon trotz pandemiebedingter Delle (-20%) immer noch mehr als die Hälfte des gesamten Verkehrsaufkommens. Aktuell verzeichnen die Flugschulen wieder mehr Anmeldungen, sodass diese Entwicklung „voraussichtlich nur eine temporäre Entwicklung sein wird“, prognostiziert Ungar. Neu am Platz ist die Testpilotenausbildung. Sie gilt als äußerst anspruchsvoll und vermittelt dem angehenden Testpiloten alle Fähigkeiten, um ein beliebiges Fluggerät sowie verschiedenste Avioniksysteme zu fliegen und zu testen. Am MGL ist der Ausbildungsbetrieb mit insgesamt acht Maschinen geplant.

Im Fokus: Business Aviation

Wachstumspotenzial will der neue MGL-Geschäftsführer im Bereich Business Aviation heben. „Ziel ist es, als Standort für Geschäfts- und Individualreisen attraktiver zu werden.“ Dazu investiert der Flugplatz Mönchengladbach in Infrastruktur und Services. Der Terminal wird renoviert, eine Lounge eingerichtet und ein begleitendes Servicepaket für das professionelle Passagierhandling geschnürt. „Die Lage mitten in einer dichten Wirtschaftsregion und die Rahmenbedingungen vor Ort sprechen für uns. Im Vergleich zu Verkehrsflughäfen ist die Zeit zwischen Anreise und Boarding deutlich kürzer“, so Ungar. Zusätzlichen Aufwind gibt die Partnerschaft mit Excellent Air (im Bild v. l. Jochen Lösch, CEO und Ronald Duinker, Manager Strategic Development), einem professionellen Anbieter von Geschäfts- und Individualreisen, der Direktflüge mit seiner Cessna-Flotte von Mönchengladbach aus anbieten wird. Der MGL kann mit Hangarplätzen für die Flugzeuge in direkter Nähe zu den ansässigen Wartungsbetrieben ebenso punkten wie mit der kompletten luft- und bodenseitigen Infrastruktur inklusive Kontrollzone mit Instrumentenflugbetrieb.

Ein attraktives Angebot für Reisende und Piloten ebenso wie für Besucher des MGL und die Luftfahrt-Community am Platz ist die neue Gastronomie im östlichen Terminal-Anbau inklusive Außenterrasse mit Blick über das Vorfeld. Ab 2023 wird hier gehoben Küche mit regionalen Spezialitäten angeboten. Die notwendigen Aus- und Umbaumaßnahmen laufen. „Wir schaffen damit einen neuen Publikumsmagneten und erhöhen die Attraktivität des Flugplatzes für Besucher und Freunde guter Küche ebenso wie für Unternehmen“, betont Schückhaus.

 Zukunftsweisend: Reallabor MGL

In einer Zeit, in der das Fliegen neu gedacht wird, positioniert sich der Flughafen als Innovationszentrum und Reallabor. Hier werden Verfahren entwickelt und belastbar getestet, wie bemannte und unbemannte Flugobjekte im Regelbetrieb ungestört miteinander agieren können – in einem komplexen Luftraum sowie mit den notwendigen Prozessen und Systemen am Boden. Auch bei den großen Zukunftsthemen Klimaschutz und Digitalisierung geht der MGL als Innovationsflughafen und „smarter Airport“ voran, u.a. mit Plänen für eine automatisierte intelligente Prozesssteuerung und einen Live CO2-Ticker sowie mit Forschungen zu Flugbetriebskonzepten für neue Antriebe mit reduzierter Klimawirkung.

Das interdisziplinäre Forschungsprojekt SkyCab hat 2021 seinen ersten Praxistest mit einer Songbird-Drohne von Germandrones erfolgreich bestanden. Das klein-skalierte SkyCab absolvierte einen Flug um das Mönchengladbacher Stadtgebiet mit Zwischenlandung am Borussia-Stadion im Nordpark. Die Drohne startet und landet dabei senkrecht wie das spätere Flugtaxi. 2022 wird der Praxistest mit einem manntragenden E-Flugzeug fortgeführt. Zudem steht das Ausbildungskonzept für Lufttaxi-Piloten „Pilot Light“ auf der Agenda. „Der MGL bietet hier beste Voraussetzungen, da er mit mehreren Flugschulen am Platz bereits über einen Ausbildungsschwerpunkt mit entsprechender Infrastruktur verfügt“, sagt Ungar. Für unbemannte Drohnen bietet die Flughafengesellschaft Mönchengladbach schon heute gemeinsam mit DRONIQ, einem Gemeinschaftsunternehmen der Deutschen Flugsicherung (DFS) und der Deutschen Telekom, einen entsprechenden Führerschein an.

2021: gutes Jahresergebnis

Mit dem Jahresergebnis 2021 kann der MGL den positiven Trend seit der Übernahme der Mehrheitsanteile durch die EWMG im Jahr 2018 fortsetzen und das Defizit weiter verringern. Das vorläufige Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit liegt 2021 voraussichtlich bei -1,5 Mio. € (2020: -1,8 Mio. €). Damit wurde der Verlust erneut um knapp 300.000 € reduziert. Seit Übernahme der Mehrheitsanteile durch die EWMG konnte das jährliche Defizit insgesamt um ca. 1 Mio. € reduziert werden. „Die Zahlen belegen, dass wir mit den Entwicklungen am Flughafen die richtigen Weichen stellen“, sagt Schückhaus.
 

 

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