Luftverkehr soll Corona unbeschadet überstehen

Damit der Luftverkehrsstandort Deutschland die Corona-Krise weitgehend unbeschadet übersteht, bedarf es großer Anstrengungen und neuer Lösungsansätze. Darüber herrschte bei der ersten Online-Konferenz der Interessengemeinschaft der regionalen Flugplätze e.V. (IDRF) am Montag Einigkeit. Für den Flughafen Mönchengladbach (MGL) nahmen Geschäftsführer Franz-Josef Kames und Verkehrsleiter Jürgen Roth teil.

 

Als Gastredner versprach Steffen Bilger, parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, Kontinuität. „Wir halten daran fest, dass das, was wir vor der Krise umsetzen wollten, auch danach auf der Agenda stehen muss.“ Insbesondere geht es um Lösungen, wie die Regionalflugplätze von den Kosten der Flugsicherung, die sie im Gegensatz zu großen Airports selbst bezahlen müssen, entlastet werden können. Für den MGL ein essenzielles Thema, da seine Lage in einem der größten Ballungsräume Europas mit der Nähe zu mehreren Flughäfen in Nordrhein-Westfalen und den benachbarten Niederlanden sowie dem damit stark frequentierten Luftraum eine Kontrollzone zu einem unverzichtbaren Sicherheitsfaktor macht. „In der Praxis sind die Kontrollzonen Düsseldorf und Mönchengladbach als Einheit zu betrachten, die mit entsprechendem flugsicherungstechnischen Aufwand eng zusammenarbeiten müssen, um einen sicheren, geordneten und effizienten Flugverkehr im Ballungsraum Rhein-Ruhr – inklusive einer Prioritätenregelung für den Flughafen Düsseldorf – zu gewährleisten“, erläutert Kames.

 

Diskutiert wurden im Rahmen der Online-Konferenz, die eine ursprünglich in Berlin geplante zweitägige Tagung ersetzen sollte, Eckpunkte für die Lösung des künftigen Luftverkehrs. „In der Krise zeigt sich, was tatsächlich für einen sicheren und effizienten Luftverkehr erforderlich ist“, fasste der IDRF-Vorsitzende Ralf Schmid die Ergebnisse zusammen. Es habe sich erwiesen, so ergänzt sein Stellvertreter, Dr. Klaus-Jürgen Schwahn, dass man die jeweilige Infrastruktur stärker am aktuellen Bedarf orientieren könne. Das sei in den letzten Wochen in Zusammenarbeit mit den Behörden geschehen. „Wir konnten die Dienste angemessen reduzieren und uns sehr viel stärker am jeweiligen Bedarf orientieren als je zuvor.“ Dies habe eine Umfrage unter 75 Flugplätzen, 40 Flugbetrieben und den Flugsicherungsdiensten ergeben. „Die aus der Krise gewonnenen Erkenntnisse beschleunigen im positiven Sinne die Entwicklung bedarfsgerechter Luftverkehrsinfrastrukturen,“ so Schwahns Fazit. „Das gilt insbesondere für Flugsicherungs- und Flugplatzbetriebsdienste einschließlich Feuerlösch- und Rettungswesen." Eine neue Europäische Verordnung habe soeben Kriterien für diese Bereiche definiert. „Damit wird auch ein Grundstein zur gerechten Kostenverteilung gelegt,“ erläutert IDRF-Geschäftsführer Thomas Mayer. Denn: „Vor, während und nach der Corona Krise waren, sind und bleiben die Finanzen für die Flugplätze der Unsicherheits-Faktor Nummer 1“, betonte IDRF-Vorsitzender Ralf Schmid.

 

Großes Lob zollte Steffen Bilger den Regionalflugplätzen für die bisherige Bewältigung der Corona-Krise. „Trotz der ungeheuren Herausforderungen durch die Krise halten die meisten Flugplätze die Stellung und ermöglichen so den systemrelevanten Flugbetrieb,“ erklärte der Staatssekretär. Der bestehe aus medizinischen Hilfsflügen, Polizei- und Rettungsdiensten, dringend erforderlichen Personen- und Frachtflügen für die Aufrechterhaltung und Versorgung der Gesellschaft, Industrie und Wirtschaft. Bilger würdigte außerdem die gute Zusammenarbeit zwischen Ministerium, Verbänden, Flugplätzen und Behörden in der Krise und unterstrich den Willen des Bundestags, die Flugplätze hinsichtlich der Flugsicherungskosten zu entlasten. „Das hatten wir bereits vor der Corona-Krise beschlossen und daran halten wir uns. Wir arbeiten daran - krisenbedingt zwar verzögert, aber intensiv - ebenso wie an der vom Bundeswirtschaftsministerium geleiteten Entwicklung einer Luftfahrtstrategie für Deutschland für die Zukunft."

 

Die Interessengemeinschaft der regionalen Flugplätze e.V. (IDRF e.V.) ist ein im Juli 2005 gegründeter Zusammenschluss von derzeit 74 regionalen Verkehrsflughäfen und Verkehrslandeplätzen und insgesamt 130 Mitgliedern. Als Interessengemeinschaft der Dezentralen Luftfahrt setzt sich die IDRF für die optimale Nutzung der vorhandenen Anlagen und Kapazitäten sowie den bedarfsgerechten Erhalt und Ausbau einer flächendeckenden Luftverkehrsinfrastruktur in Deutschland ein.


 

 

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